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Quartett der Südtiroler Streicherakademie

Joseph Haydns "Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" hören Sie hier in der Ur-Fassung, nämlich als Instrumentalkomposition. Es spielen Georg Egger und Hedwig Raffeiner, Violine , Andrea Repetto, Viola und Anna Egger, Violoncello.

Karten verfügbar
Samstag, den 05.März 2016 um 20:00 Uhr
Samstag, den 05.März 2016 um 22:00 Uhr
Freitag, den 04.März 2016 um 11:00 Uhr
Spitalskirche
frei
€ 15 pro Person
€ 8 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)
€ 17 pro Person
€ 9 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)

Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze

Haydns erstes deutsches Oratorium hat eine eigenartige und für ein Chorwerk einzigartige Entstehungsgeschichte. Ursprünglich war es eine Instrumentalkomposition: 1785 hatte Haydn von einem Domherren aus dem spanischen Cadiz den Auftrag erhalten, für die dortige Karfreitagsliturgie eine Folge von Instrumentalsätzen zu schaffen, die als reflektierende Zwischenmusiken über die „sieben letzten Worte Christi“ die auslegenden Betrachtungen des Bischofs unterbrechen sollten. Er schrieb sieben Adagio-Sätze und ein „Terremoto“ (Erdbeben), die 1786 oder 1787 in der beabsichtigten Weise aufgeführt wurden. Nachdem das Werk bei Artaria 1787 erschienen war (drei Fassungen: für Orchester (Original), für Streichquartett und für Klavier), wurde es recht schnell bekannt und gern aufgeführt. Als Haydn 1794 auf der Reise nach London in Passau Station machte, konnte er dort eine weitere Bearbeitung von fremder Hand hören: Der erzbischöfliche Kapellmeister Joseph Friebert hatte unter Hinzufügung von Chor und Soli sowie verbindenden Bass-Rezitativen eine oratorienartige Version hergestellt, die Haydn nicht schlecht gefiel.

So merkwürdig die Genese der „Sieben Worte“ anmutet, so singulär ist auch das Werk selbst im Schaffen Haydns und gerade in seinem Schwanken zwischen Instrumentalem und Vokalem ein Zeugnis für seine letzte schöpferische Wende: Die instrumentale Fassung ist das wohl einzige klar programmatisch geprägte, ganz wortgezeugte Orchesterwerk des Sinfonikers, und mit der Oratorien-Fassung beginnt die Kette der großen Vokalwerke („Schöpfung“, „Jahreszeiten“, letzte Messen) mit einem in seinem musikalischen Kern rein instrumental entworfenen Konzept. Auf doppelte Weise zeigt die Musik, wie geschickt Haydn stark begrenzte Aufgabenstellungen lösen konnte. Die Orchesterfassung bewältigt nicht nur die heikle Schwierigkeit, sieben langsame Sätze aufeinander folgen zu lassen, sondern nimmt zudem noch mit einer für den Komponisten schlichten homophonen Faktur Rücksicht auf die musikalischen Gewohnheiten des Auftragslandes. Mit sparsamen Mitteln, fast ganz ohne die thematisch-motivischen Verwicklungen entfaltet er eine große Vielfalt an Stimmungen und Emotionen: eine eindringliche, subjektive Tonsprache, in der Schmerz und Verzweiflung ebenso zum Ausdruck kommen wie Hoffnung, Dankbarkeit und Heilserwartung. Dabei ist durch Tonartenplan und Rahmung die zyklische Einheit garantiert. Ein interessantes Detail: Die Themen der einzelnen Sätze sind ganz aus dem deklamatorischen Gestus des jeweiligen Wortes (in lateinisch!) geformt.

„Die Sieben Worte“ gehörten – in allen Fassungen – zu den bekanntesten und beliebtesten Werken Haydns überhaupt. Dabei waren die instrumentalen Versionen naturgemäß eher eine Musik für Kenner und Liebhaber, während die leichter verständliche Ausformung zum Oratorium auch ein breiteres Publikum erreichte, was wohl vom Komponisten auch so beabsichtigt war. Die zeitgenössische Kritik rühmte vor allem den sprechenden Ton dieser Musik, die Leidenschaftlichkeit des Ausdrucks. Selbst nach dem Erfolg der beiden Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“ wurden die „Sieben Worte“ noch häufig aufgeführt, Haydn selbst dirigierte sie am 26. Dezember 1803 – es war dies sein letzter öffentlicher Auftritt als Musiker.

STREICHERAKADEMIE BOZEN

Die Streicherakademie Bozen wurde unter der künstlerischen Leitung von Georg Egger im Jahre 1987 vom Südtiroler Musikverein gegründet. Sie setzt sich vorwiegend aus Südtiroler Musikern zusammen, die eine reiche Kammermusik- und Orchestererfahrung in bedeutenden Ensembles im In- und Ausland aufweisen können. Einige ihrer Mitglieder spielen bei der Klassischen Philharmonie Stuttgart, wodurch sich eine Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Frieder Bernius entwickelt hat.
Sie arbeitete zudem mit den Dirigenten Hansjörg Albrecht, Daniel Beyer, Helmuth Rilling, Ola Rudner, Andràs Schiff und Kaspar Zehnder zusammen. Ihre solistischen Partner waren u.a. Sergio Azzolini, Eduard Brunner, Giuliano Carmignola, Mirijam Contzen, Ingeborg Danz, Christian Gerhaher, Alexander Gilman, Dietrich Henschel, Heinz Holliger, Diethelm Jonas, Louis Lortie, Antonio Meneses, Sabine und Wolfgang Meyer, Thomas Quasthoff, Birgit Remmert, Sybilla Rubens, Andràs Schiff, Letizia Scherrer,Wen-Sinn Yang, Ruth Ziesak und Frank Peter Zimmermann.
Neben ihren eigenen, jährlichen Konzertserien wird die Streicherakademie regelmäßig zu bedeutenden Konzertreihen, wie der Mozartwoche in Salzburg, den Gustav-Mahler-Wochen in Toblach oder den Engadiner Festwochen eingeladen.
Bisher wurden mehrere CD-Aufnahmen produziert mit Musik von Ph.E. Bach, Mozart, Rossini, Stuppner, Boccherini, Schönberg, Strauss.
Die Streicherakademie spielt auch in kleiner Kammermusik-Besetzung, so wurde unter anderem Mendelssohns Oktett, Mozart Quartette, Mozart's Klarinettenquintett, Verdi Quartett oder Schubert's Quintett D 956 aufgeführt.
www.streicherakademie.it

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