Veranstaltungen



Neujahrskonzert

Mit einem Neujahrskonzert eröffnet die Stadtkultur Lienz das neue Kulturjahr 2017. In diesem Jahr wird es vom deutschen Ensemble „Sorbisches Nationaltheater“ mit schwungvollen Walzern, Operetten-Couplets, Arien und Evergreens gestaltet. Unter der Leitung von Dieter Kempe sind ein erstklassiges Orchester, die Sopranistin Rahel Indermauer und der Tenor Adam Sanchez zu hören, temperamentvolle Tanzpaare sorgen ebenso für Abwechslung wie die charmante Moderation von Kristina Nerad. In der Pause lädt die Stadt Lienz zu einem Glas Sekt ein.

Karten verfügbar
Freitag, den 06.Jänner 2017 um 20:00 Uhr
Freitag, den 06.Jänner 2017 um 22:00 Uhr
Donnerstag, den 05.Jänner 2017 um 16:00 Uhr
Stadtkultur Lienz
Stadtsaal
reserviert
€ 26 pro Person
€ 14 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)
€ 28 pro Person
€ 15 pro Person (SchülerInnen, StudentInnen, Präsenzdiener und Behinderte mit Ausweis)

Was könnte das Publikum besser auf das neue Jahr einstimmen als ein stilvolles Konzert mit bekannten Melodien aus Operette und Musical? In den Silvester- und Neujahrskonzerten des Sorbischen National-Ensemble wird das Programm außerden um energievolle Tanzeinlagen des Balletts erweitert. Neben den bekannten Klassikern der Wiener Straussdynastie und ihrer Zeitgenosen erklingen auch Kostproben sorbischer Komponisten.

Ein erstklassiges Orchester, hochklassige Gesangssolisten, eine charmante Moderatorin und ein mitreißendes Ballett versprechen einen gelungenen Abend.

Das Sorbische National-Ensemble wurde im Jahre 1952 auf Anregung der Domowina, des nationalen Dachverbandes der Lausitzer Sorben, gegründet. Gefördert durch die Stiftung für das sorbische Volk pflegen, bewahren und entwickeln die drei professionellen Sparten Ballett, Chor und Orchester die kulturelle Tradition der Sorben.

Dabei verstehen sich die Mitglieder des Ensembles auch als ethnisches Bindeglied zwischen Ost und West und als kultureller Botschafter in einem vereinten Europa. In der Lausitz zu Hause sind die lebendigen Sitten und Bräuche des sorbischen Volkes Quelle und Inspiration für eine einzigartige folkloristische Bühnenkunst. Tanztheater und musikalische Märchen für Kinder gehören ebenso dazu, wie Chorprogramme und Konzerte. Tourneen führten die Ensemblemitglieder in über 40 Ländern auf 4 Kontinenten.
Nationale und internationale Gastspiele sowie Eigen- und Kooperationsveranstaltungen zur Förderung künstlerischen Nachwuchses gehören heute zum Angebotsprofil dieser einzigen professionellen Bühne für Musik, Tanz und Gesang der Lausitzer Sorben.

Die Sorben

Wer die Lausitz bereist, wird schon durch die zweisprachige Beschilderung von Orten, Bahnhöfen, Straßen oder auch Landkarten auf die Einmaligkeit dieses Gebietes aufmerksam gemacht. In diesem Teil Deutschlands ist ein slawisches Volk beheimatet. Es sind deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger, deren Muttersprache Sorbisch ist. Sie gehört der Familie der slawischen Sprachen an. Sorbisch wird neben der deutschen Sprache gesprochen und an über 50 Schulen in Sachsen und Brandenburg gelehrt.

Gegen Ende der Völkerwanderung verließen germanische Völker den Raum östlich von Elbe und Saale. Ab etwa 600 rückten vom Osten her Slawen nach, die aus ihrer Urheimat – nördlich der Karpaten, vermutlich zwischen Weichsel und Dnjepr – aufgebrochen waren. Da sich ihr Herkunftsgebiet bis heute nicht eindeutig lokalisieren lässt, wird die ursprünglich slawische Gemeinschaft am ehesten in einer – von den Linguisten rekonstruierten – urslawischen Sprache sichtbar.

Die Sippenverbände wanderten in verschiedene Richtungen, nach Osten, Süden und Westen. Etwa 20 Stämme, welche die sorbische Gruppe bildeten, siedelten sich zwischen Oder / Bober / Queis im Osten und dem Maingebiet an. Der gemeinsame Eigenname dieser Stämme war Sorb / Sarb / Serb, hergeleitet von „srěbać“ (schlürfen). Im Zuge der deutschen Ostkolonisation im 12. / 13. Jhd. wurden die am weitesten westlich gelegenen Gebiete rasch germanisiert. Von der einstigen Existenz slawischer Siedler zeugen heute nur noch die Ortsnamen in der sog. Germania Slavica, die bis nach Bamberg und Bayreuth reichen. Ihre Sprache, Kultur und Tradition bewahren konnten allein die Sorben in beiden Lausitzen. Die Niedersorben, Nachkommen der einstigen Lusizer, brachten den Namen „Lausitz“ (= sumpfiges Land) mit. Ab dem 15. Jahrhundert wurde er auch für das Siedlungsgebiet der Obersorben benutzt (bis dahin Land Budissin bzw. Land Görlitz), die als Nachkommen der Milzener gelten. Die unterschiedlichen Sprachen – Ober- und Niedersorbisch – erklärten sich durch die abweichenden Zuwanderungswege der beiden großen Stämme. 

Noch heute leben ca. 60 000 Sorben in der Lausitz. Sie besitzen eine eigene lebendige Sprache und Kultur, zu deren Traditionen beispielsweise das alljährliche Osterreiten in der Ober- oder das Kranzstechen in der Niederlausitz gehören. In zahlreichen Vereinen werden die traditionellen Tänze und Trachten gepflegt und bewahrt.

Das Neujahrskonzert ist auch eine Fixveranstaltung des Stadtkultur-Abos.

Kartenreservierung

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